Sitzung der SPD-Fraktion in Rohrbach

Fraktion

Optimierungsgutachten für den Stadtbus
von Holger-Lange
Sinsheim-Rohrbach. „Rohrbach geht es gut“. Solch selten gehörtes Fazit zog Ortschaftsrat Bruno Czink auf der jüngsten Fraktionssitzung der SPD in dem östlichen Stadtteil. Ausführlich lieferte er einen aktuellen Sachstandsbericht über die „typische Pendlerstadt“, deren lebendiges Vereinsleben insbesondere imponiere. Detailliert beleuchtete Czink den projektierten Neubau beziehungsweise die Verlegung des Sportplatzes des SV Rohrbach auf Sinsheimer Gemarkung. Erstmals trete ein Verein als eigenständiger Bauträger auf und mute sich zu, ein derartiges Großvorhaben zu stemmen. Für das Gelände des bisherigen Sportplatzes mit Clubhaus seien bereits Überlegungen für neue Nutzungskonzepte im Gange.

Altenbetreutes Wohnen, Kindertagesstätte, neues Einkaufszentrum oder umweltfreundliches Bauen sind für dieses Areal angedacht, deren Bedarf durch die erhöhte Nachfrage insbesondere der Anrainer aus Sinsheim-Ost gegeben sei. Das Zeitfenster für die Umsetzung des Gesamtpakets engte der sozialdemokratische Ortschaftsrat auf 2 bis 3 Jahre ein. Ein wenig pikant an dem neuen Sportgeländeprojekt sei freilich, dass es auf „Grund und Boden“ des „großen Nachbarn“ Sinsheim verwirklicht werde. „Ungewöhnlich genug“, aber die „nachbarschaftlichen Bande“
sollten diese „kleine Hürde“ leicht überspringen.

Einen kritischen Einwurf hatte Czink dennoch parat: Das Auslastungsvolumen des Stadtbusses, der mit geringstem Fahrgastaufkommen über das Jahr mehr als 7500 mal die Rohrbacher Straßen quert, den Anwohnern nicht immer zur Erbauung, den Busfahrern selten zur Freude, der Umwelt aber zu Schaden. „Muss das sein?“, zumal die Subventionierung einen erklecklichen Posten im Haushalt der Großen Kreisstadt bilde.
Der Vorsitzende der SPD-Gemeinderatsfraktion, Helmut Göschel, nahm den Ball auf und befürwortete ein Optimierungsgutachten für das Stadtbussystem, das die Bedienzeiten auf den Prüfstand stelle sowie das Nutzerpotenzial genauer abbilde. Über eine Attraktivierung der Linien sei eine Auslastungserhöhung anzustreben „Wir dürfen nicht nur heiße Luft spazieren fahren“.

Mit Blick auf das Sportgeländevorhaben des SV Rohrbach wünschten die beiden Ratsmitglieder Adolf Skrobanek und Werner Töniges eine Mitbeteiligung, ein Mitspracherecht des Kernstadtausschusses, da ja „im Kern ureigenste Sinsheimer Interessen“ berührt seien. Kaum vorstellbar, dass umgekehrt ein Kernstadtprojekt auf „fremdem Terrain“ in Angriff genommen werde, ohne dass der zuständige Ortschaftsrat aufschreien würde.

 
 

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