„Wir sind Fußball“

Fraktion

(hg) „Ein Jahrhundertprojekt für Sinsheim und die gesamte Region“. Auf einen bündigen Nenner brachten die Sozialdemokraten im Sinsheimer Gemeinderat ihr Votum in der Standortfrage des Fußball-Stadions, das Sportmäzen Dietmar Hopp bauen will: „Ohne Wenn und Aber für die Kraichgau-Metropole“.
Auf einer Sitzung der SPD-Gemeinderäte skizzierte Fraktionsvize Michael Czink den Sachstand im „großen Ringen“ um das Stadionrund zwischen der Großen Kreisstadt und dem Nachbarn aus Heidelberg „am Vorabend der Entscheidung“. Nach einer Vielzahl an Standort-Varianten, die im Vorfeld angedacht und planerisch verfolgt wurden, spitze sich die Entscheidung nun mehr einzig auf die Alternative Sinsheim oder Schlossspielstadt zu. Am Ende des Monats werde sich in diesem „kommunalen Dauerbrenner von überregionalem, ja bundesweitem Interesse“ die Waagschale zugunsten einer der beiden Bewerberstätte neigen.

Mit „besten Pfunden“ könne dabei das Kraichgauer Mittelzentrum wuchern, so Czink, während die Stadt am Neckar ihr Interesse an der Fußballstätte auf dem „Altar zahlloser Zögerlichkeiten und Bedenken“ zerrede. In Heidelberg müssten die Entscheidungsträger „zum Jagen getragen“ werden, wohingegen sich im Kraichgauer Hügelland eine ganze Region vorbehaltlos und leidenschaftlich mit dem avisierten Projekt identifiziere. Der in Aussicht genommene Bau im Gewerbegebiet „Süd“ sei das alles beherrschende Thema nicht nur auf der politischen Agenda, sondern auch in den alltäglichen Begegnungen. „Eine ganze Region rückt zusammen“, machte der SPD-Stadtrat ein neu belebtes „Wir-Gefühl“ auch im Hinterland und Einzugsgebiet Sinsheims aus. „Das Stadion ist willkommen“ und müsse nicht nach Zustimmung hausieren beziehungsweise nach Befürwortern betteln.

Fraktionskollege Michael Kirsch verwies auf die gewachsenen, lebendigen Strukturen der „Fußballlandschaft“ Sinsheim, während die fußballerische Tradition des Standort-konkurrenten Heidelberg „erst noch freigeschürft“ werden müsse. Im öffentlichen Bewusstsein verbänden sich „Geist, Kultur und Romantik“ mit der Universitätsstadt, aber nicht „die schönste Nebensache der Welt“. Gerade weil mit der TSG Hoffenheim und deren überzeugendem, langfristigem Nachwuchskonzept ein gesundes tragfähiges Fundament auf den Weg gebracht worden sei, sei der Bau eines Fußballovals vor den Toren des Hoppschen Heimatvereins die folgerichtige Fortsetzung und der Gipfelpunkt einer „Erfolgsgeschichte“: „Wir sind Fußball“. Ohne natürliche Verwurzelung in einem Raum blieben ein Verein wie auch dessen Spielstätte „seelenlos“, eine „Geburt aus der Retorte“. Ein Fußball-Stadion an der Heidelberger Peripherie liefere denn auch allerlei Zutaten zu einem „großen Missverständnis“ in Sachen „Begeisterung“ und „Identifikation“. „Fußball ist hier“, plädierte Kirsch mit Nachdruck dafür, das „Objekt der Begierde“ in Sinsheim zu verwirklichen.

Die „Wahrnehmung einer einmaligen Chance“ empfahl Gemeinderätin Dorothea Vogt und verwies auf die mannigfachen Synergieeffekte, die die „Sinsheim-Variante“ bewirken würde. „Der Stadionbau wäre ein Glücksfall für Sinsheim über den Tag hinaus“. Mit großem Nachdruck würde die Stadt ihre infrastrukturellen Hausaufgaben forcieren, etwa das Vorantreiben des dritten Autobahnanschlusses, um dem Stadionmäzen zu signalisieren, dass sie ihre „Bringschuld“ unverzüglich einlöse. „Das Fußball-Stadion ist nicht nur ein Selbstläufer“, die Kommune müsse sich auch entschlossen mit auf den langen Weg machen. Nicht mit Lob an die Adresse der Rathausspitze sparte Marianne Meißner. In der Standort-Konkurrenz habe Oberbürgermeister Geinert so lautlos und unaufgeregt wie zielgerichtet für die Große Kreisstadt geworben, dass die Gemeinde am Ende des „Wettlaufes“ ein aussichtsreicher Kandidat sei. „Als es galt, war Sinsheim zur Stelle“. (Holger Lange)

 
 

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