Sitzung der SPD-Fraktion im Jugendhaus

Fraktion


Sinsheimer Jugendhaus

„Jugendhaus ist kein billiges Ersatzvereinsheim“
von Holger Lange
Sinsheim. Nach einer sperrigen, langen Vorlaufstrecke mit zahlreichen Stolpersteinen, war es vor Jahresfrist – allen Unkenrufen und manchen Fallstricken zum Trotze - soweit: das Jugendhaus Sinsheim öffnete seine einladenden Türen. Mit einem breit aufgefächerten Raumangebot, das in seiner Vielfalt den – nicht nur – jugendlichen Nutzern mannigfache Erprobungsfelder und Gestaltungsmöglichkeiten zur freien wie angeleiteten Verfügung stellt, kann die auch architektonisch imponierende Begegnungsstätte nach dem Jungfernjahr durchaus auf eine erfreuliche Frequentierung durch die Hauptzielgruppe verweisen. Die „Erfolgsspur“ des Jugendhauses im Wiesental war der SPD-Gemeinderatsfraktion im Sinsheimer Stadtrat Anlass genug, sich bei einem Vor-Ort-Termin in der Lilienthalstraße einen unmittelbaren Eindruck von den Räumlichkeiten sowie von den konzeptionellen Grundlegungen der dortigen Jugendarbeit zu verschaffen.

Das Jugendhaus wird angenommen und hat sich mit Leben gefüllt
Simone Gradt und Eric Fuchs, die beiden hauptamtlichen pädagogischen Mitarbeiter des Jugendhauses, blätterten zunächst durch den Veranstaltungs- und Angebotskalender des Hauses, der versucht, den vielfältigen Bedürfnissen und Interessenlagen der Jugendlichen mit regelmäßigen Kursen ebenso Rechnung zu tragen wie mit Schwerpunkt-Workshops und vorbereitungsintensiveren „Events“.

Dreh- und Angelpunkt sei das Thekenteam, eine Freiwilligkeitsleistung von ungefähr dreißig ehrenamtlich engagierten Jugendlichen, die eigenverantwortlich die Bewirtung organisieren und wesentlich in die Entscheidungsfindungen und –abläufe mit eingebunden werden. „Hier wird Mitwirkung und Mitverantwortung praktisch gelebt“.

Quer durch alle sozialen, ethnischen und kulturellen Schichten frequentiere sich das Publikum, so dass der Ansatz, „Ansprechpartner aller Jugendlichen“ und nicht nur eine zielgruppenspezifische Adresse zu sein, durchaus eingelöst werde. „Das Jugendhaus wird angenommen und hat sich mit Leben gefüllt“.
Entsprechend seiner konzeptionellen Grundbestimmung – und die besondere Tektonik des Gebäudes zielt gerade auch darauf ab -, über die eigentliche offene Jugendarbeit hinaus, Begegnungsstätte der Generationen und Kulturen zu sein, versammelt das Jugendhaus zunehmend externe Nutzer.

Multifunktionale Nutzung ist gewollt, geht jedoch zulasten der Jugendlichen
Obwohl eine multifunktionale Nutzung ausdrücklich gewollt ist und die hochfrequente Nachfrage von außen erfreulich sei, gehe die Raumauslastung durch externe Gruppierungen mitunter zulasten der Jugendlichen. Da die Angebotspalette raumabhängig sei, müssten mancherlei jugendkulturelle Wünsche hinter den Nutzungsbedürfnissen der Vereine zurückstehen. „Die Belegung des Workshop-Raumes mit den Medienangeboten verhindert nun einmal den Zugriff der Jugendlichen auf die Konsolen und Co.“. Neben dem Nutzungskonzept sollte auch die Personalausstattung des Jugendhauses auf den Prüfstand, so die beiden Sozialarbeiter.

Der umfänglichen Aufgabenbeschreibung könne mit insgesamt 1,3 Fachkraftstellen bei 20 Öffnungsstunden (zuzüglich einer BA-Stelle) kaum gerecht werden, so dass oftmals ein Spagat geübt werden müsse, der so niemanden vollends befriedige und durchaus die Gefahr des Ausbrennens in sich berge.

Urkonzeption des Gemeinderates nicht zweckentfremdem
Stadträtin Magdalena Hirzel verwies auf die vom Gemeinderat grundgelegte „Urkonzeption“ der Begegnungsstätte, wonach das Jugendhaus als „Forum der Jugend“ vorrangig der Zielklientel Freiräume und Erprobungsfelder anbieten solle, gerade auch in der Begegnung zwischen den Generationen. Eine gleichberechtigte Nutzung des Hauses sei vom Grundsatz her aber nie beabsichtigt gewesen: „Es kann nicht sein, dass die Bedürfnisse der Jugendlichen um die externen Nutzer herum organisiert werden“. Hier werde die Ausgangsabsicht in ihr Gegenteil verkehrt. Die „schleichende Gefahr“, dass die Räumlichkeiten des Jugendhauses als „billiger Ersatz für ein Vereinsheim“ zweckentfremdet werden, sah Gemeinderatsmitglied Werner Töniges. „Manch Verein genießt hier full-room-service zu günstigen Konditionen“. „Erst die Jugendlichen, dann die Anderen“ müsse die Nutzungs-Leitlinie sein. Einer Aufstockung des Personalangebotes redete der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Helmut Göschel, das Wort. Die chronische Unterbesetzung werde dem herausfordernden Auftrag des Jugendhauses, eine wichtige Stellschraube auf dem Wege in die Erwachsenen-Gesellschaft zu sein, selten gerecht. „Hier muss zugunsten der Jugend in Sinsheim aufgerüstet werden“.

Im Anschluss wurden die Räumlichkeiten des ca. 280 qm großen Gebäudes in Augenschein genommen und ihre jeweilige Funktion erläutert. So ist der „offene Bereich“ beispielsweise als Anlaufstelle, eingebettet in eine zwanglose Atmosphäre, konzipiert, der „Eventraum“ bietet mit 150 qm ausreichend Raum für die gesamte Bandbreite jugendlicher Veranstaltungs-kultur. Auffällig sei, so Stadtrat Michael Kirsch nach dem Rundgang, dass dem Jugendhaus das früher in Bezug auf Jugendzentren landauf, landab verbreitete Klischee der „Schmuddelecke“ in keinster Weise anhafte: „Alles ist hier lichtdurchflutet und in bestem Zustand“.

 
 

News -Ticker

Die SPD-Bundestagsfraktion kritisiert die Ankündigung der USA, rund die Hälfte ihrer Zahlung an das Palästinenserhilfswerk der Vereinten Nationen (UNRWA) einzufrieren. "Die amerikanische Regierung hat heute angekündigt, rund die Hälfte ihrer Zahlungen in Höhe von 65 Millionen Dollar an das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) einzufrieren und lediglich 60 Millionen Euro

Die heutige Verhandlung vor dem Bundesverfassungsgericht hat einmal mehr gezeigt, dass die Grundsteuer reformiert werden muss. Die Politik ist zum Handeln aufgefordert. Mit dem Reformvorschlag des Bundesrates liegt ein gangbares Modell auf dem Tisch. "Die mündliche Verhandlung vor dem Bundesverfassungsgericht hat uns in der Ansicht bestärkt, dass wir um eine Reform der Grundsteuer nicht umhinkommen.

Christine Lambrecht, Fraktionsvizin für Finanzen und Haushalt, erklärt, warum sie für ein Ja zu Koalitionsverhandlungen mit der Union wirbt. Hauptgrund: die Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen dank SPD. "Finanzielle Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen - das haben wir im Wahlkampf versprochen, und das haben wir in den Sondierungsgesprächen mit der Union auch durchgesetzt. Eine breite Mehrheit wird nach

Interview mit Andrea Nahles mit der Passauer Neuen Presse Die SPD-Fraktionsvorsitzende erklärt, warum die SPD in den Sondierungsgesprächen 80 Prozent ihrer Forderungen erreicht hat. Dieser Erfolg gelte insbesondere für Rente, Pflege, Arbeit und Bildung. Das gesamte Interview finden Sie auf spdfraktion.de

 

Counter

Besucher:622583
Heute:18
Online:1
 

Wetter-Online