„Lisette und ihre Kinder“: Kinder müssen im Mittelpunkt stehen

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Erzieherin mit Herz und Seele hieß kürzlich das abendfüllende Programm im Sinsheimer Citydome. Die SPD Sinsheim hatte im Namen von Landtagskandidat Thomas Funk zur Filmvorführung der Dokumentation „Lisette und ihre Kinder“ eingeladen, um anschließend über Kinderbetreuung zu diskutieren. Neben den vor allem aus der Umgebung zahlreich erschienenen Erzieherinnen und Erzieher freute sich Thomas Funk auch über Gäste, darunter SPD-Landtagsabgeordneter Ingo Rust, Bürgermeister Achim Kessler, die Sinsheimer Juso-Sprecherin Katrin Kogel und die Vorsitzende der SPD Sinsheim, Sabine Reithmeyer.

Nach kurzen Begrüßungsworten hieß es auch schon „Film ab!“. Der Dokumentarfilm zeigte Lisette Siek-Wattel in ihrem letzten von 33 Jahren im „kleinen Kindergarten“. Dabei hat die Erzieherin ihren ganz eigenen Weg gefunden, die etwa zehn Kinder ihrer Gruppe ganz allein zu fördern, zu unterhalten und ihnen ein Gefühl von Geborgenheit zu geben. Mit Leidenschaft, ganz unkonventionell, mit Fingerspitzengefühl und immer wieder anders, das ist ihr Schlüssel zum Erfolg. Der Zuschauer beobachtet sie beim Vorlesen, Streit schlichten, beim Ausflug mit den Kindern, beim Zuhören. Und bei all dem Stress schafft die gebürtige Holländerin es nicht nur, ruhig zu bleiben, sondern auch noch individuell auf die Kinder einzugehen und jedem seinen Freiraum zu lassen.
Im Anschluss an den Film gab es prominenten Besuch: Lisette Siek-Wattel persönlich besuchte das Sinsheimer Kino und brachte Regisseurin Sigrid Klausmann-Sittler mit. Klausmann-Sittler hat drei eigene Kinder im „kleinen Kindergarten“ groß werden sehen und für sie war stets klar, dass Lisette und ihre Arbeit einmal Gegenstands eines Films werden müssten. Außerdem sei damit Gelegenheit geboten, mit Erziehern und Eltern ins Gespräch zu kommen. Der Anspruch für Lisette Siek-Wattel war vor allem, starke, fähige und glückliche Kinder ins Schulleben zu entlassen, die gelernt haben, miteinander umzugehen und zu sich selbst zu stehen. Sie warb dafür, dass die Politik mehr auf die Erzieher hören sollte, wofür sie aus dem Publikum große Zustimmung erntete. In der anschließenden Diskussionsrunde wiesen die Erzieherinnen darauf hin, dass die politisch gesetzten Rahmenbedingungen es all zu oft nicht zuließen, so zu arbeiten wie Lisette es in ihrem privaten, geförderten Kindergarten tun konnte. Viel bürokratischer Aufwand raube den Erziehern Zeit für die Arbeit mit den Kindern.Wachsende Aufgaben bei unverändertem Personalschlüssel könne man leider weniger mit den Kleinen unternehmen und weniger auf den Einzelnen eingehen. Gleichzeitig sei man mit der Erwartungshaltung vieler Eltern konfrontiert, die wollen, dass ihr Kind, wenn es aus dem Kindergarten kommt, schon lesen, schreiben und Englisch sprechen kann, um im späteren Schul- und Arbeitsleben mithalten zu können. Auch dem Erwartungsdruck der Schule müsse man widerstehen, so jedenfalls das einhellige Plädoyer gegen Tendenzen, die Kindergartenarbeit immer mehr zu verschulen.
Lisette Siek-Wattel meinte dazu: „Die Kinder sind schon okay, aber die Schule muss sich ändern.“ Förderlich sei es auch, die Zeit im Kindergarten zu verlängern. Die Politik wurde aufgefordert, wieder mehr Vertrauen in die Erzieher zu haben und den Fokus allein auf das Kindeswohl zu legen. Dafür wollen sich auch Thomas Funk und Ingo Rust in ihrer Arbeit einsetzen.

 
 

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