Hoher Besuch im Flüchtlingsheim Steinsbergstraße

Stadtverband

Ministerin Öney würdigte Vor-Ort-Anstrengungen.

Hoher Besuch im Flüchtlingsheim Steinsbergstraße
Ministerin Öney würdigte Vor-Ort-Anstrengungen.  

In der Fohlenweide, in der Steinsbergstraße und an der Alten Waibstadter Straße residieren sie, die rund 600 Flüchtlinge, die mittlerweile in Sinsheim untergebracht sind. Grund genug für den SPD-Landtagsabgeordneten Thomas Funk (SPD), die Integrationsministerin Bilkay Öney zum Vor-Ort-Gespräch einzuladen. Zum wiederholten Male informierte sich damit Baden-Württembergs Integrationsministerin über die Flüchtlingsunterbringung in Sinsheim und zeigte sich beeindruckt von den Anstrengungen, die in der Elsenzstadt unternommen werden.

„Hilfsbedürftige Menschen muss man helfen“, unterstrich die Ministerin, zeigte aber viel Verständnis für die aktuell schwierige Situation der Kommunen: Aktuell suchten 1700 Flüchtlinge täglich Zuflucht in Baden-Württemberg, soviele waren es 2006 im ganzen Jahr.

Bevor die Integrationsministerin die neue Unterkunft in der Steinsbergstraße in Augenschein nahm, besichtigte sie beim Übergangswohnheim Fohlenweide den mittlerweile errichteten Zaun am Bahndamm, wo im April 2011 ein zweijähriger Junge beim Spielen an den Gleisen von einer S-Bahn erfasst und getötet worden war. „Bleibt zu hoffen, dass dieser Zaun die Wiederholung eines derartigen Unglücks verhindert“, wünschte Ministerin Öney.

In der Steinsbergstraße beherbergt die ehemalige Dienststelle der Autobahnpolizei seit Kurzem 120 Flüchtlinge verschiedener Herkunftsländer wie etwa Syrien, Irak, Somalia, Pakistan, aber auch Albanien. Gerade erst hatte es sich auch Alt-Stadtrat Adolf Skrobanek im Rahmen eines Vor-Ort-Termins mit OB Sinsheims und Landrat-Stellvertreter Joachim Bauer nicht nehmen lassen, seine alte Wirkungsstätte, in der er zwanzig Jahre lang Revierleiter der Autobahnpolizei war, zu besuchen.

Die Verhältnisse in dem großen Gebäude sind für die Aufnahme von Flüchtlingen geradezu ideal. Es sind genügend Toiletten, Waschräume und Küchen vorhanden. Zwar müssen noch verschiedene handwerkliche Arbeiten verrichtet werden, aber es läuft alles nach Plan. Hausmeister Zimmermann hat die Dinge im Griff und wird unterstützt von einzelnen Arbeitswilligen, die für Sauberkeit und Ordnung sorgen.  OB Albrecht und Landrat-Stellvertreter Bauer erläuterten die prekäre Lage der Flüchtlingsunterbringung.

„Wir suchen händeringend nach jeder Unterkunftsmöglichkeit“, schilderte Bauer die Immobiliensuche angesichts des anhaltenden Zustroms. Umso mehr gelte die Einhaltung der Asylgesetze hieß es mit Blick auf eine nette Familie mit hübschen Kleinkindern, die sich im Schatten der imposanten Eiche aufhielt, welche 1997 als Dank für die damalige Bestandsgarantie der Autobahnpolizei von Bürgern gepflanzt worden war.

„Aus einem sogenannten sicheren Herkunftsland kommend hat diese Familie wohl kaum Aussicht auf Anerkennung“, stellte Skrobanek fest.Schwere Schicksale, geprägt von Armut und Diskriminierung, die einem unter die Haut gehen – und die trotzdem wieder ausreisen müssen.  „Das Herz könnte einem bluten. Waren es doch viele unserer Vorfahren, die als Wirtschaftsflüchtlinge in viele Länder, wie Amerika, Kanada, Australien usw. ausgewandert sind“, erinnerte  Skrobanek auch an die „Donauschwaben“, die sich bereits im 17. Jahrhundert  in Ungarn und Rumänien angesiedelt hatten.

 
 

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