
Ob Kriege, Krisen, Wahlergebnisse – die Hoffnung auf Fortschritt und eine bessere Welt hat die SPD immer getragen und zog sich wie ein roter Faden auch durch den Rechenschaftsbericht des Sinsheimer Stadtverbandsvorsitzenden Michael Kaestel. Selten sei der Wunsch so groß gewesen, dass die Waffen schweigen mögen. Aber in einer Welt, in der die Stärke des Rechts dem Recht des Stärkeren zunehmend weichen muss, scheint so etwas auf absehbare Zeit unerfüllbar.
Hinzu kommt: Deutschland und seine Nachbarn dürfen nicht mehr auf amerikanischen Beistand hoffen, sondern müssen ihre Sicherheit künftig selbst in die Hand nehmen – mit allen unangenehmen Konsequenzen.
Seit der Pandemie, so Kaestel, befinde sich die Welt im permanenten Krisenmodus, der die Menschen verunsichere und den politischen Extremismus habe anwachsen lassen. Leider habe auch die Ampelregierung unter Olaf Scholz dagegen kein probates Mittel finden können, was am Ende zu Neuwahlen und schließlich zu einer neuen Regierungskonstellation geführt habe. Was sich früher große Koalition nannte, sei heute allerdings vielerorts schon nicht mehr mehrheitsfähig.
Das habe man bei der Bundestagswahl in Sinsheim zu spüren bekommen. Aber auch bei der Kommunalwahl sei man schonmal doppelt so stark gewesen. Mehr noch als Konkurrenz von Rechts außen habe das Ausscheiden dreier langjähriger Gemeinderäte der SPD arg zugesetzt und viel Kraft gekostet, stellte Ratsmitglied Timo Dippel fest. Unter Berücksichtigung dieser besonderen Umstände sei das Abschneiden einerseits angemessen und andererseits eine starke Motivation, die Scharte alsbald wieder auszuwetzen.
Besondere Motivation dafür sind Zuspruch und Unterstützung in Form von Neueintritten. Einem davon, Christian Huber aus Hilsbach, konnten die beiden Vorsitzenden das Parteibuch überreichen.

Nach der Entlastung des Vorstandes setzte die Mitgliederversammlung bei den Neuwahlen auf Kontinuität: Michael Kaestel und Seza Serbest-Olgun wurden als Vorsitzende ebenso bestätigt wie Kassiererin Carmen Eisenlohr. Neugewählt wurden Schriftführer Münir Inan und die Beisitzerinnen Ronja und Silke Wackes. Zu Delegierten zu Kreiskonferenzen wählte die Versammlung Münir Inan, Thomas Funk, Seza Serbest-Olgun, Michael Kaestel und Carmen Eisenlohr.
Ein besonderer Applaus ging an Malin Hussy aus dem SPD-Stadtverband, die als Zweitkandidatin zur anstehenden Landtagswahl besonders eingebunden sein wird.